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Biergärten in München – Sommer in der Stadt

Es ist endlich richtig Sommer in der Stadt – und was macht man dann in München? Richtig, man geht mit Freunden, Familie und Kollegen in den Biergarten. Denn Münchens Biergärten sind etwas besonderes. Unter überwiegend alten Bäumen – meist Kastanien – sitzt man im Schatten und Halbschatten und trinkt seine Maß. Die Maß steht inzwischen natürlich nicht nur für das Helle, wie das meistgebraute Münchner Bier genannt wird, sondern auch für alkoholfreie warme und kalte Getränke.

Ein besonderer Biergartenbesuch

München.de-Blog ruft zur Blogparade zu Sommer in der Stadt auf. Was würde da besser passen als ein ganz besonderer Biergartenbesuch in diesem Jahr. Ein Freund hat anlässlich seines Geburtstages in den Hirschau-Biergarten eingeladen. Biertische nahe des Spielplatzes waren belegt worden.

Um Essen und Trinken wollte sich der Gastgeber kümmern. Und es war die schiere Freude, mit welcher Liebe sich der Einladende und seine Frau um das leibliche Wohl kümmerte. Die Getränke wurden natürlich vom Biergarten bezogen. Und beim Essen bog sich der Tisch unter den mitgebrachten Leckereien. In diesem Fall waren es – um es diplomatisch auszudrücken – nordbayerische Spezialitäten. Genauer gesagt handelte es sich um frisch importierte Käse und Wurst aus der Kulmbacher / Coburger Gegend. Alles regionale Spezialitäten handwerklich exzellent hergestellt in Dorfmetzgereien und Käsereien. Auch die Münchner würden sie lieben! Wer es dennoch als Faux-Pas betrachtet oberfränkisches im Münchner Biergarten mitzubringen, darf gerne seinen Geheimtip für oberbayerische / Münchner Metzger und Käser hier hinterlassen! 😉

Auf den Bildern ist das mitgebrachte Buffet zu sehen. Es kann als Anregung dienen, was man sich für einen gelungenen Biergartenbesuch mitnehmen kann.

Sommer in der Stadt - Biergärten in München: Brot, Radieschen, Salat, Rohpolnische, gekochte Eier, Obazda, Salami Sommer in der Stadt - Biergärten in München: Käsevariation Teil 1 Sommer in der Stadt - Biergärten in München: Wurst- und Schinkenvariation Sommer in der Stadt - Biergärten in München: Käsevariation Teil 2, im Hintergrung Ausgezogene Krapfen Sommer in der Stadt - Biergärten in München: Gurken, Tomaten, in der Schüssel Muffins

Biergartenkultur in München und Oberbayern

Wer nicht im Münchner Raum aufgewachsen ist, für den ist es anfangs erfreulich ungewohnt dieses Stück bayerische Tradition zu erleben. Denn ein echter Biergarten unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von einem Wirtsgarten. In einem Wirtsgarten ist der Gast verpflichtet verzehrtes Essen und Trinken beim Wirt abzunehmen. Beim Biergarten hingegen ist es lediglich Pflicht, dass der Gast die Getränke des Biergartens kauft.

Ein Biergarten ist meist unterteilt in einen bewirteten Teil und einen Teil mit Selbstbedienung. Den bewirteten Teil erkennt man daran, dass die Tische dort gedeckt sind. Oft gibt es dort Stühle anstelle von Bierbänken. Essen und Getränke werden durch die Bedienung am Platz serviert. Hier muss neben den Getränken auch das Essen vom Biergarten bezogen werden.

Im oft wesentlich größeren Selbstbedienungsbereich herrschen Bierbankgarnituren vor. Hier darf der Gast sich sein Essen selbst mitbringen. Ganz typisch wären mitgebrachte Wurst und Käse, Obazda (Gerupfter, angemachter Camembert) und Brot garniert mit sauren Gurken und Radieschen. Münchner, die geplant in den Biergarten gehen, bringen eine eigene Tischdecke mit. Ein wenig heimelig darf es schließlich sein. 😉

Wer keine Zeit oder Lust hat sich etwas mitzubringen, der kann warme und kalte Speisen aus der Selbtbedienungstheke erwerben. Die Qualität ist meist gut, das Essen schmackhaft. Überwiegend werden bayerische Spezialitäten angeboten.

Geschichte der Biergartenkultur

Entstanden sind Biergärten aus den Lagerkellern der Brauereien. Damals wurde meist untergäriges Bier hergestellt, welches zwischen vier und acht Grad vergärt wurde. Das Pasteurisieren war noch nicht erfunden und die Haltbarkeit insbesondere in den Sommermonaten war ein Problem. Die Münchner Bierbrauer legten in den Flussterassen der Isar tiefe Vierkeller an. In diesen konnte man das Bier ganzjährig mit Eis kühlen. Damit das Lager von oben nicht durch die Sonne erwärmt wird, wurden Kastanien über den Kellern gepflanzt.

Wer als Kellerbetreiber nicht bereits ein Krugrecht (Schankrecht) an diesem Standort inne hatte, dem war es verboten das Bier auszuschenken. Lediglich entsprechend einer Straußwirtschaft durfte zu bestimmten Zeiten das Bier direkt abgegeben werden. Bald entwickelten sich die Keller zu beliebten Ausflugszielen. Die in München verbliebenden Gastwirte fürchteten um ihr Geschäft, so dass sie nach einer Regelung forderten, die sie weiterhin bevorzugten. Am 4. Januar 1812 verfügte König Maximilian I., dass die Bierkeller im Isarkreis weiterhin Ausschank betreiben, jedoch keine Speisen außer Brot servieren durften.

Als dann die beliebten Keller und Gartenwirtschaften, z.B. durch Ausbau von Schwaigen (Gutshöfen), Jagd- und Forsthäusern immer mehr zunahmen, wurde das bayerische Gewerberecht 1825 weiter liberalisiert. Den Betrieben wurde gestattet auch Speisen zu verkaufen. Die Auflage, dass auch selbst mitgebrachte Speisen verzehren werden dürfen, wurde aufrecht erhalten.

Empfehlenswerte Biergärten in München

Anbei einige Biergärten in München und Umgebung, die natürlich nur eine Mini-Auswahl darstellt. Zudem wäre jeder Einzelne es Wert einen eigenen ausführlichen Bericht zu erhalten. Denn jeder Biergarten hat seinen eigenen Charme und Geschichte. Vielleicht fange ich bald mal damit an. 🙂

Bisher im Sommer 2016 von mir besuchte Biergärten:

  • Hirschau (Englischer Garten)
  • Taxisgarten (Gern)
  • Chinesischer Turm (Englischer Garten)
  • Hirschgarten (Nähe Laim)
  • Kloster Andechs (Ammersee)

Weitere bereits getestete besuchenswerte Biergärten in Reihung ohne Wertung:

  • Augustiner-Keller (Hauptbahnhof)
  • Aumeister (Englische Garten)
  • Seehaus (Englischer Garten)
  • Fasanerie (Nähe Nymphenburg)
  • Menterschwaige
  • Hofbräuhaus (Platzl)
  • Löwenbräukeller (Stiglmeierplatz)

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