Für den Teller, Ins Glas
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Krambambuli – die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli ist in einigen studentischen Kreisen eine Feuerzangenbowle der besonderen Art. Das Geheimnis der Köstlichkeit dieses Krambambuli-Rezeptes liegt neben dem obligatorischen trockenem Rotwein, dem mind. 54 %-igem Rum und dem Zuckerhut, an der Zugabe von starkem schwarzen Tee und Orangen- und Zitronensaft. Auf Gewürze verzichte ich vollständig. Das Krambambuli ist daher ein recht frischer Punsch auf Feuerzangenbowlenart. Es unterscheidet sich geschmacklich drastisch von den viel zu Zimt-Nelken-lastigen und pappig-süßen Glühwein und Feuerangenbowlen, wie sie so oft auf Weihnachtsmärkten ausgeschenkt werden.

Kulinarischer Adventskalender 2017

Da Krambambuli gerne in der Adventszeit und zu den Weihnachtsfeiertagen genossen wird, ist es mein Beitrag zum Kulinarischen Adventskalender 2017 von Zorra. Hier bin ich mit meinem Trank das 24. Türchen. Was für eine Ehre, dieses besondere Türchen befüllen zu dürfen! Vielen lieben Dank!!! Wie jedes Jahr gibt es bei Zorra auch wieder ganz viele Geschenke zu gewinnen. Es lohnt sich vorbeizuschauen und die Fragen für die Gewinne zu beantworten!

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli – das Lied, die Feuerzangenbowle – der Film

Krambambuli genießt man am besten in geselliger Runde mit Freunden oder Verwandten. Nebenher den Film „Die Feuerzangenbowle“ anzusehen, ist nicht verkehrt und erheitert die Runde ungemein. Gemeinsam „jeder nor einen wönzigen Schlock“ zu rezitieren um dann sogleich den „Schwarzen Walfisch zu Askalon“ mitzusingen, ist einfach immer ein großer Spaß!

Krambambuli ist auch der Titel eines Liedes, das von Christoph Friedrich Wedekind (1709 – 1777) im Jahr 1745 mit unfassbaren 102 Strophen gedichtet und veröffentlicht wurde. Die erste Strophe lautet:

Krambambuli, das ist der Titel
des Tranks, der sich bei uns bewährt;
er ist ein ganz probates Mittel,
wenn uns was Böses widerfährt.
|: Des Abends spät, des Morgens früh
trink ich mein Glas Krambambuli,
Krambimbambambuli, Krambambuli!:|

Wer an weiteren Strophen interessiert ist, dem empfehle ich im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch oder im Volksliederarchiv nachzulesen. Einige Tonaufnahmen kann man sich auch bei youtube anhören, wobei jedoch die meisten Aufnahmen sehr getragene Choraufnahmen sind und den heiteren Charakter einer geselligen Sangesrunde leider vermissen lassen.

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli - die Zutaten und Utensilien

Krambambuli – Herkunft & Spirituose

Der Name Krambambuli geht ursprünglich auf das Wort „Kranewitt“ zurück, das sich aus den mittelhochdeutschen Wörten ‚Kranech‘ =Krächzer und ‚wit‘=Holz zusammensetzt. Krächzerholz, nannte man einen Strauch, dessen Früchte eine besondere Drosselart bevorzugte. Diese Drosselart – die Wacholderdrossel – stößt besonders heisere Laute aus. Krambambuli war somit ganz ursprünglich ein Wacholderschnaps.

Bis ins Jahr 1945 gab es eine bekannte Spirituosenmarke mit dem Namen Krambambuli. Diese wurde in Danzig in der Likörfrabrik „Der Lachs“ von Isaak Wed-Lings Wittib und Eydam Dirck Hegger als Kirschlikör gebrannt. Er erlangte damals überregionale Beliebtheit in ganz Deutschland. Das obrige Lied wurde angeblich auf diesen Likör gedichtet.

Krambambuli Zutaten, Utensilien & Rezeptvarianten

Die wichtigsten Utensilien für ein Krambambuli bzw. einer Feuerzangenbowle sind ein großes Gefäß, das man auf ein Rechaud stellen kann, und die Zuckerhutzange. Zudem eine Kelle mit der man den Rum in Portionen über den Zuckerhut gießt und abbrennen kann. Beliebt sind als Gefäß große Glasbehälter oder die in den 70er Jahren so verbreiteten Kupfertöpfe. Im Prinzip würde aber auch ein normaler Topf gehen, jedoch sind diese nicht so dekorativ. Wie man auf den Fotos sieht, habe ich den retro-stylischen Kupfertopf meiner Eltern abgestaubt. 😀

Bereits mein unten angegebenes Rezept variiere ich entsprechend der Personenanzahl. Bei anderen Rezepten habe ich schon neben Rotwein, Tee, Saft und Rum auch noch Portwein, Orangen- und Zitronenschalen, sowie Zimt, Kardamom und Ingwer gesehen. Mit dieser Rezeptur wird das Kramabambuli aber wieder viel schwerer und gewürzlastig. 😉

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Krambambuli - die etwas andere Feuerzangenbowle

Liebe Leserinnen und Leser,

ich wünsche Euch ein besinnliches, friedliches und harmonisches Weihnachtsfest!

Auf Euer Wohl!
Eure Sylvia

Rezept für Krambambuli – die etwas andere Feuerzangenbowle

für 2-4 Personen (6-8 Personen)

Zutaten:
1 Flasche Rotwein trocken (2 Fl)
1 l schwarzer Tee, z.B. Ostriesenmischung oder engl. Teemischung (1,5 l)
Saft von 2 Orangen (3)
Saft von 1 Zitrone

1 Zuckerhut
200 bis 400 ml Rum 54 % (300 – 600 ml)

wichtig: keine weihnachtlichen Gewürze, aber wer möchte kann das natürlich trotzdem tun. 😉

Zubereitung:
Den Ostfriesentee kochen und 3 bis 5 Minuten ziehen lassen.
In einem Topf den Rotwein erhitzen bis er fast kocht (optimal ca. 76 °C).
Den Saft der Orangen und Zitronen auspressen. Den Saft durch ein Sieb geben, damit das Fruchtfleisch anschließend nicht im Krambambuli ist.

Heißen Tee, Rotwein und Saft in den Feuerzangebowlentopf umfüllen.
Das Rechaud anzünden und so einstellen, dass der Inhalt fast kocht (die Flüssigkeit darf „knistern“).

Den Zuckerhut auf den Zuckerhutzange legen und mit Rum tränken. Der Zuckerhut soll getränkt sein, sollte aber dann gleich angezündet werden, da er durch längeres stehenbleiben nicht mehr so gut abbrennt. Kellenweise den Rum über den Zuckerhut gießen und abbrennen lassen. Das Abbrennen sollte möglichst langsam vor sich gehen, damit der Zucker schmilzt und karamelisiert in den Feuerzangenbolwentopf tropft.

Wenn der gesamte Zuckerhut abgebrannt ist, das Krambambuli in Gläser / Tassen füllen und heiß genießen.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

Was man beim Krambuli besonders beachten sollte – Sicherheitshinweise

Da man es beim Krambambuli mit brennendem Alkohol und karamelisierenden – also sehr heißem Zucker – zu tun tat, sollte man zur eigenen Sicherheit und Stressfreiheit darauf achten wie das Setting gestaltet ist. Das fängt mit einem standfesten Tisch an. Geht über eine unempfindliche, schwer entflammbare Tischauflage sowie einer möglichst auch (Brand-)flecken unempfindlichen Oberfläche /Auflage. Auf Kinder und Haustiere sollte besonders obacht gegeben werden. Damit der Rum brennt ist ein mind. 54 % Rum erforderlich. Der Rum darf nie direkt aus der Flasche, sondern immer mit einer Kelle über den brennenden Zuckerhut gegossen werden. Je kleiner die Kelle, umso geringer die potentielle Menge an brennenden Alkohol, die verschüttet werden kann und somit brennend auf dem Tisch landen kann. Wer besonders sicher gehen möchte, hat eine Löschdecke in der Nähe.

4 Kommentare

  1. Boah, tolle Fotos und natürlich tolle Krambambuli. Die schmeckt mir bestimmt auch, geht mehr nämlich mit den Gewürzen wie dir! Danke für das schöne Türchen. Ich wünsche dir und deinen Lieben frohe Festtage und einen guten Rutsch ins 2018.

  2. Liebe Sylvia, das hört sich nach einer tollen Variante an. Wir mögen Glühwein auch nicht besonders, wenn er so süß ist und die Gewürze einen erschlagen. Bei uns auf dem Weihnachtsmarkt gibt es zum Glück einen feinen weißen Glühwein, der eher etwas herb ist. Dein Krambambuli werden wir auf jeden Fall mal austesten.
    Schöne Feiertage wünschen
    Eva und Philipp

  3. Marlies Weigl sagt

    Liebe Zora,

    vielen Dank für den Adventskalender, der wieder mit sehr viel Liebe gestaltet wurde.
    Ich freue mich jedes Jahr sehr darauf, die Türchen öffnen zu können.
    Liebe Grüße und ein gutes 2018

    Marlies

  4. Pingback: Mein Jahresrückblick 2017 #foodblogbilanz - Brotwein

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