Gedanken, Ins Glas
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Wein und Wasser – Wasser und Wein

Lange habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, welches Wasser zu welchem Wein schmeckt. Und ob es überhaupt relevant sein könnte. Ob ein Wasser mit oder ohne Kohlensäure unterschiedlich gut zu Rot- und Weißwein sowie Prosecco schmecken könnte. Da ich darüber nun einen ganzen Beitrag schreibe, gibt es offensichtlich Unterschiede. 😉

Bislang entschied ich anhand der eigenen Vorliebe, ob ich zum Wein ein stilles Wasser oder eines mit mittlerem oder spritzigem Kohlensäuregehalt im Restaurant bestellte. Zu Hause dagegen trinke ich oft das Münchner Leitungswasser, da ich oft kein abgefülltes Wasser daheim habe. Qualität und Geschmack des aus dem Mangfalltal im Voralpenland stammenden Quellwassers sind schließlich gut.

Wenn man sich dem Thema Wasser und Wein nähern möchte, muss man vorgenannte Vorlieben ruhen lassen und systematisch verkosten. Also einen Prosecco jeweils mit mindestens einem stillen und einem spritzigen Wasser probieren. Optimal ist es auch ein medium Wasser gegenüberzustellen. Danach erfolgt die Gleiche Probe mit Weißwein, dann mit Rotwein.

Während der Probe ist es vorteilhaft, wenn das Wasser der selben Quelle in den verschiedenen Kohlensäurestärke verwendet wird. Jedes Wässer besitzt eine andere Menge an Mineralstoffen insgesamt und die Zusammensetzung der Mineralien ist ebenfalls unterschiedlich. Die jeweilige Menge und Zusammensetzung eines Wasser lässt es verschieden schmecken. Die Probe würde mit Wässern aus unterschiedlichen Quellen zumindest verfälscht werden.

Prosecco und Wasser

Verkostet wurde ein fruchtiger Prosecco, der mit einer angenehmen mittleren Säure sehr frisch schmeckte. Ein Prosecco, der gut als Aperitif geeignet wäre. Beim Duchprobieren mit einem spritzigen, mittleren und stillem Wasser, schmeckte mir persönlich Medium am besten. Gefolgt vom Spritzigen, mit Abstand am wenigsten gut das Stille. Mir gefiel beim Medium-Wasser, dass der frische Eindruck des Proseccos und sein Mundgefühl erhalten blieben. Das spritzige Wasser war etwas aufdringlich. Das stille Wasser war mir zu langweilig und der frische Prosecco-Eindruck schlagartig aus dem Mund verschwunden.

Weißwein und Wasser

Die Verkostung Wasser und Weißwein erfolgte mit einem 2015 Weißburgunder aus dem Markgräflerland (Baden). Er lässt sich beschreiben als frisch-fruchtig mit einer leichten frischen Säure bei mittlerem Körper. Die Aromen von frischen Früchten wie Zitrus, nur ganz leichte reife Früchte, die in Richtung Birne und Stachelbeere gingen. Der Weißburgunder hatte eine leichte mineralische Note und einen mitttleren Nachhall. Man könnte ihn als typischen Vertreter eines unkomplizierten troztdem interessanten sehr schön frischen Weißburgunder einordnen. Beim Verkosten Weißwein mit Wasser gefiel mir hier das spritzige Mineralwasser am Besten. Der frische Eindruck des Weines wurde verstärkt, sowohl Wasser wie Wein schmeckten immer frisch und belebend. Das Medium-Wasser unterstützte den frischen Eindruck nicht ganz so. Beim stillen Wasser verschwand der frische Eindruck aus dem Mund.

Rotwein und Wasser

Als Rotwein wurde ein 2014 Bordeaux ausgewählt. Eindeutig noch zu jugendlich, mit noch unrunden etwas kantigen mittleren Säure und Tanninen. Mit seiner mittleren Intensität bei Geruch, Körper und Nachhall ist er sehr würzig und fruchtig. Dunkle Beeren mit reifer Pfaume zusammen mit Wachholder, Nelke und schwazem Pfeffer sowie einer deutlichen und doch unaufdringlichen Holznote machen ihn zu einem typischen Bordeaux. Noch jugendlich, aber von guter Qualität. Dieser doch gehaltvolle Rotwein wird dann ebenfalls mit den Wässern probiert. Dabei gefällt mir das stille Wasser am besten. Als Eindruck erhalte ich einen frischeren Eindruck, da gleichmäßig im gesamten Mundraum der Geschmack des Rotweins verblasst ohne, dass ein Geschmack hervorsticht. Im Kontrast dazu spritziges Wasser mit Rotwein ist eher unglücklich. Man hat das Gefühl, als ob sich die Tannine verstärken und die übrigen Geschmackseindrucke ungleichmäßig weniger werden. Beim medium Wasser werden beide Eindrücke vermischt. Ich finde die Kombination in Ordnung, würde aber das stille Wasser bevorzugen.

Fazit

Die oben beschriebenen Eindrücke sind natürlich alle subjektiv und andere Personen werden die Kombination anders bewerten. Jedoch kann man als Tendenz die Empfehlung geben:
viel Säure -> dann eher still
wenig Säure -> dann eher sprudelig
viel Tannin -> dann eher still

100. Weinrallay

Das Thema Wasser und Wein ist mein Beitrag zur Jubiläumsausgabe der Weinrallay. Da ich noch nicht so lange dabei bin, kann ich noch nicht auf lange Jahre und zahlreiche im Rahmen der Rallay verkosteten Weine zurückgreifen. Aber da man beim Weintrinken eigentlich immer von Wasser begleitet wird, um beim Genuss zu bleiben, wollte ich diese Kombination aufgreifen. Und da diese Rallay im Prinzip vom Thema frei wählbar war, setze ich sie einfach um. 😉 Zur Weinrallye #100 hat Thomas vom Blog Winzerblog. Auch wenn ich erst kurz bei der Rallay dabei bin, macht es mir Freude dafür zu schreiben und hoffe, dass sie noch lange weitergeführt wird.

Die Weinrallye ist ein Blogevent, das jeden Monat einmal stattfindet (in der Regel am letzten Freitag im Monat). Einer der teilnehmenden Blogs übernimmt die Führung, bestimmt das Thema, lädt ein, verlinkt die Beiträge und erstellt eine Zusammenfassung. Sinn und Zweck einer Weinrallye ist einzig und alleine der Spass und die Motivation, schöne Themen aufzuarbeiten.
Diese Weinrallye wird durchgeführt von Thomas vom Blog Winzerblog. Die Organisation und Kommentierung der Weinrallye erfolgt auf der Facebook-Gruppe Weinrallye.

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