Für den Teller, Schwein
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Braten – Schweinebauch aus dem Ofen

Es gibt Braten, die sind so einfach wie genial, so wie dieser Schweinebauch aus dem Ofen. Der Schweinebauch wird nur einige Stunden mit Salz und Zucker mariniert, um dann zuerst bei hoher und dann bei niedriger Temperatur im Ofen butterzart zu werden. Gefunden habe ich das Rezept bei Chili und Ciabatta, als ich vor Jahren das dort vorgestellte Ramen-Rezept ausprobierte. Seitdem ist es mein Standard für Wammerl bzw. Schweinebauch ohne Knochen und ohne Schwarte.

Den Schweinebauch aus dem Ofen gibt es bei mir meist zwei Mal. Zuerst als warmen Braten am Tag der Zubereitung und dann als kalten Aufschnitt die nächsten Tage. Am ersten Tag passt er z.B. perfekt zu Semmelknödeln und Krautsalat oder Rotkohl, so wie ich es zu Ostern schon berichtet habe. Da gab es auch noch einen Rest der Bratensauce des Vortages.

Schweinebauch aus dem Ofen - Wammerl

#wirrettenwaszurettenist

Das Rezept für den Braten und eine mögliche Sauce dazu bringt mich zur Rettungstruppe rund um Susi und Sina. Denn wenn man sich genau ansieht, was die Lebensmittelindustrie uns regelmäßig verkaufen möchte, schüttelt es einen. Alle Teilnehmer dieser Rettungsaktion mit ganz vielen selbstgemachten Braten sind weiter unten aufgelistet.

Interessante Zutaten bei gekauftem Bratenaufschnitt und Tütensaucen

Auf der Zutatenliste von abgepacktem gekauften Bratenaufschnitt steht z.B. „Schweinefleisch, jodiertes Speisesalz, Dextrose, Glukosesirup, Stabilisator Diphosphat“, bei manchen kommt auch noch „Konservierungsstoff Natriumnitit“ und „Antioxidationsmittel Natriumascorbat“ hinzu. Danke, darauf verzichte ich gerne. Zumal mir mein selbst gebratenes Wammerl viel besser schmeckt. 🙂 Bei den Saucentütchen lasse ich mal das explizite Aufschreiben der Zutatenliste. Ich denke es hat jeder mitbekommen, dass dort etwas anderes drauf steht, als Fleisch, Knochen, Rotwein, Wasser, Gemüse und Gewürze… Was mich daran erinnert, dass der Blogbeitrag zum dunklen Saucenfond noch gar nicht online ist… Aber ich habe noch etwas im Vorrat, das bringt mich auf eine Idee. 😉

Dunkler Saucenfond

Einen kleinen Wehrmutstropfen hat der Schweinebauch allerdings. Es spritzt im Ofen stark, so dass das anschließende Ofenputzen die Freude im Nachhinein etwas schmälert. Etwas angenehmer wird es, wenn man das Wammerl direkt auf der Fettpfanne brät, da so wenigstens der Boden kaum Spritzer abbekommt. Nicht empfehlenswert ist es, den Bauch in einer Keramikauflaufform auf einem Gitter zu braten. Einerseits ist da das schon erwähne Spritzproblem, andererseits hat es mir dadurch zwei Auflaufformen zerstört. Das Temperaturprofil war wohl so ungünstig, dass die Form leichte Risse erhielt, die sie undicht werden ließ. Beim ersten Mal dachte ich, dass wäre Zufall, seit dem zweiten Maleur nutze ich nur noch die Fettpfanne. 😉

Schweinebauch aus dem Ofen - Wammerl

Schweinebauch aus dem Ofen

1 Rezept (2 Personen als warme Mahlzeit plus Reste als kalten Aufschnitt)

Zutaten:
800 bis 1000 g Schweinebauch / Wammerl ohne Schwarte und ohne Knochen
50 g grobes Salz
50 g Zucker

Zubereitung:
Das Wammerl mit Salz und Zucker einreiben und in einem gerade so passenden Form geben. Die Form mit Folie abdecken und mindestens 6 Stunden, aber maximal 16 Stunden im Kühlschrank marinieren.

Den Ofen auf 230°C (Umluft) vorheizen.

Das Bauchfleisch aus dem Kühlschrank holen und die sich in der Form gesammelte Flüssigkeit weggießen. Die Zucker-Salz-Schicht nicht enfernen. Den Schweinebauch mit der Fettschicht nach oben auf die Fettfanne legen und eine Stunde braten. Nach der Häfte der Zeit das Wammerl regelmäßig mit dem ausgetretenen Fett beschreichen damit es nicht austrocknet.

Die Ofentemperatur auf 120°C herunterschalten und das Fleisch eine gute weitere Stunde im Ofen garen. Es sollte dann schön weich sein und eine appetitlich braune Farbe haben.

Das Schweinebauch herausnehmen und warm oder kalt servieren.

Zubereitungszeit: Mind. 6 Stunden Marinierzeit plus 2 Stunden Garzeit

Alle Teilnehmer der Braten-Rettungstruppe:

Pane-Bistecca – Schulter Steak Braten mit Kruste
Kochen mit Herzchen – Wildsauerbraten
Prostmahlzeit – Gebratener Schweinebauch
Giftigeblonde – Bio Rindsbraten mit Rotweinsauce
Summsis Hobbyküche – Sauerbraten
Leberkassemmel und mehr – Krustenbraten mit Speckknödel
magentratzerl – Rinderschmorbraten mit Balsamicosauce und Kartoffelknödeln
kebo homing – Truthahnbraten “all in one”
lieberlecker – Rindsbraten mit Biersauce
Friederike Fliederbaum – Husarenbraten
Anna Antonia-Herzensangelegenheiten – eine Art Brasato al Barolo (Rehkeule in Rotwein)
Genial lecker – Entenbraten
Auchwas – Schinkenbraten in Apfelmost-Sauce
Unser Meating – Rinderbraten mit Bratapfelkruste

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  5. oje, das Ofenputzen… da gibt es leider nur 2 Möglichkeiten, entweder nach dem Braten gründlich schrubben oder zugedeckt schmoren bei niedrigerer Temperatur.
    Ich muss mich jetzt einmal durch deine Seite klicken, schöne Sachen gibt es bei dir…

  6. Danke für deine Auflistung der Inhaltsstoffe von Fertigprodukten. Da weiß ich dann gleich wieder, wieso wir diese Aktion machen.
    Dein Braten schaut wunderbar aus!

  7. Da sagst du was mit dem Spritzen, ich hab am Wochenende einen Bauch aber mit Schwarte gebraten, danach hab ich eine halbe Stunde Backrohr geputzt ggg. Deshalb brate ich recht gern im Schmortopf, da ist außer dem Topf nix zu putzen.

    Dein Braten schaut super aus, und ja die kalten Reste sind auch immer ein Highlight!
    Neu ist für mich ZUcker in die Marinade zu geben, das kenne ich gar nicht.

    Schön, dass du dabei bist und liebe Grüße
    Sina

  8. Oje, Ofen putzen mach ich viel zu selten…lalala, da muss ich noch an meinen Hausfrauenqualitäten arbeiten 😉 Aber für so ein Prachtstück würde ich das nur zu gern in Kauf nehmen! Und zwei Tage in verschiedener Form dran zu essen, ist sowieso klasse!
    Lg, Miriam

  9. Mir gehts so wie Miriam, Ofenputzen ist eine Tat, die normalerweise nie getan wird 😀 Aber für so einen Braten würd sichs fast wieder lohnen. Danke für den Tipp wegen Keramikformen! Wenn, dann kommt der normale Bräter zum Einsatz.

  10. Ehrlich gesagt, wäre mir der Braten zu fett. Aber das ist nun wirklich geschmackssache. mein Mann wäre begeistert, wenn ich den mal machen würde. Aber nur unter der Bedingun, dass er den Ofen putzt ;).

  11. Ofenputzen wird überschätzt…. jedenfalls dein Bauch sieht wunderbar aus und schreit für mich nach einer ordentlichen Portion Senf dazu. Hunger!

  12. Seit ich einen Ofen mit Pyrolyse habe ist das putzen ein Klacks und es gibt wieder viel öfter Braten. Und so ein Wammerl schön knusprig ist was feines. Besonders gern am nächsten Tag dünn aufgeschnitten und mit frischem Kren im Brot. Herrlich!
    Liebe Grüße,
    Kebo

  13. Pingback: #wirrettenwaszurettenist: Braten | Brittas Kochbuch

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