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Semmelknödel selber machen – so einfach geht’s

Semmelknödel selber machen

Semmelknödel sind eine tolle Beilage zu Rahmpilzen und Schweinebraten (z.B. Schweinebauch oder Pulled Pork) und können auch noch ganz einfach selbst gemacht werden. Perfekt sind sie auch daher, da es eine schöne Resteverwertung für übrig gebliebene Brötchen und Weißbrote sind. Die haben in den Knödeln eine tolle Zweitverwertung! Und sogar die Reste von Semmelknödel können noch zu weiteren leckeren Gerichten verkochte werden.

Semmelknödel selber machen

Semmelknödel selber machen

Semmelknödel locker bekommen

Semmelknödel werden aus altbackenem Weißgebäck hergestellt, also aus Brötchen / Semmeln / Weißbroten, die mindestens einen Tag alt sind aber noch nicht ganz ausgetrocknet sind. Je nach Trockenheit der Brote muss man gegenenenfalls etwas bei die Milchmenge anpassen. Beim Formen der Semmelknödel muss man den Mittelweg finden zwischen auseinanderfallen und „harte Bälle“. Denn sie sollen weder beim Kochen auseinanderfallen noch so kompakt und hart werden, dass man sie als „Wurfgeschosse“ missbrauchen könnte. 😉 Auseinanderfallen kann man verhindern indem man die Knödel nicht zu locker formt und eher etwas trockener hält. Zu kompakt werden sie, wenn man sie zu fest formt oder viel zu viele Feinteile im Kloßteig enthalten sind. Zu viele Feinteile enthalten teilweise die kaufbaren Knödelbrote aus Bäckereien.

Semmelknödel – die perfekte Beilage in der süddeutschen Küche

Semmelknödel sind in der süddeutschen, österreichischen und böhmischen Küche eine Spezialität. Sie werden als vegetarisches Hauptgericht als Semmelknödeln Pilzen in Sahnesauce gerne in bayerischen Wirtschaften angeboten. Im schwäbischen auch oft zu Linsengerichten. Die Hauptverbreitung haben Semmelknödel als Beilage zu klassischen Braten wie Schweinsbraten und werden zusammen mit Sauerkraut oder Rotkraut serviert.

Die Semmelknödel reiche ich für das Blogevent Altbacken – Resteküche für altes Brot von Christine von Anna Antonia bei Zorra ein.

Rezept für selbstgemachte Semmelknödel

ca. 8 Stück

Zutaten:

  • 300 g Semmeln (Brötchen) oder Weißbrot, jeweils altbacken
  • 2 EL Butter
  • 1 Zwiebel
  • 250 ml Milch
  • 3 Eier
  • Salz (wenig, da die Brötchen schon gewürzt sind)
  • Pfeffer
  • optional: Muskatnuss und/oder Petersilie
selbstgemachte Semmelknödel

selbstgemachte Semmelknödel

Zubereitung:

  1. Vorbereitung: Die altbackenen Semmeln in Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und in sehr feine Würfel schneiden. In einer Kasserole die Butter erhitzen und darin die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Die Milch zugeben und heiß werden lassen, jedoch nicht kochen. Wer Petersilie in die Knödel geben möchte, der muss sie sehr fein hacken.
  2. Knödelmasse herstellen: Die Buttter-Zwiebel-Milch-Mischung zusammen mit den Semmelwürfeln und den Eiern in eine große Schüssel geben, einmal gut durchmischen und etwa 1/2 Stunde quellen lassen. Die Masse mit Salz, Pfeffer und gegebenenfalls Muskatnuss und Petersilie abschmecken und gut durchmischen.
  3. Semmelknödel formen: Zum Formen der Semmelknödel die Hände befeuchten und mit leichtem Druck kleinere oder größere Knödel formen. Der Druck muss soll so stark sein, dass die Masse gut zusammenhält, jedoch nicht zu kompakt wird, dass „harte“ Knödel entstehen. Miniknödel haben die Größe von Tischtennisbällen, sehr große die von Tennisbällen.
  4. Knödel kochen: In einem sehr großen Topf wird Wasser zum Kochen gebracht und etwas Salz zugegeben. Die Knödel werden in das siedende Wasser gegeben der Deckel des Topfes bleibt halb offen. Etwa 5 Minuten kochen sie sprudelnd, dann wird die Hitze runtergestellt und ziehen je nach Größe zwischen 10 Minuten (Miniknödel) und 20 Minuten gar.

Zubereitungszeit: ca. 1,5 Stunden mit Quellzeit

Quelle: Familienrezept

Semmelknödel-Varianten

Es gibt zahlreiche Varianten in denen Semmelknödel hergestellt werden. So ist es von Geschmack und lokaler Tradition abhängig, ob neben den Grundzutaten Semmeln, Zwiebeln, Milch und Eiern auch noch Petersilie oder Muskatnuss in die Knödel kommen. Auch sind Speckknödel sehr beliebt. Als Tiroler (Speck-) Knödel serviert man sie mit Salat, Sauerkraut oder in einer Suppe. Grammelknödel werden mit ausgelassenem Speck (Grammel / Grieben) gefüllt. In Wiener und böhmischen Rezepturen wird ein Teil Mehl zu den Semmelknödeln hinzugegeben. Serviettenknödel enthalten zusätzlich noch Hefe (Germ) und werden in einem Leinentuch gebunden und über Dampf oder in Wasser gekocht. Werden statt Semmeln altbackenes Laugengebäck wie Brezeln verwendet, so nennen sie sich Breznknödel. Zu den Semmelknödelvarianten gehören auch die Spinatknödel und die Kaspressknödel.

Aus Semmelknödelreste etwas tolles zaubern

Es macht nichts, wenn man gleich mehr Knödel herstellt als eigentlich erwartet werden. Der Aufwand der zusätzlichen Knödel sind sehr gering, dafür kann man sie noch in weiteren köstlichen Gerichten weiterverwerten. Klassisch ist es, die übrig gebliebenen Semmelknödel in Scheiben zu schneiden und in der Pfanne knusprig zu braten und mit Bratenreste (Bratengröstl) oder Spiegelei und mit Salat zu reichen. Aber auch direkt als Salat machen sie eine gute Figur, wie auch als saure Knödel mit einer Essig-Öl-Zwiebel-Vinaigrette.

Semmelknödel aus Knödelbrot

Eine sehr einfache Möglichkeit Semmelknödel herzustellen bietet Knödelbrot. Man stellt es entweder selber her oder kann es in vielen Bäckereien kaufen. Hierfür werden die altbackenen Semmeln / Weißbrote geschnitten und vollständig getrocknet. Das getrocknete Brot lässt sich lange aufheben und man kann diese auch entsprechend lange sammeln. Damit dann die Knödel gelingen, braucht es etwas mehr Milch und eine längere Quellzeit. Vorteilhaft ist, wenn das Knödelbrot nicht zu bröselig wird, da zu viele Feinteile die Semmelknödel zu kompakt werden lassen.

3 Kommentare

  1. Knödel- sie sind mir noch jedesmal mißlungen, daher bewundere ich alle Menschen die diese Kunst beherrschen! Danke für deinen Beitrag!

  2. Mein Mann nannte meine letzten improvisierten Knödel, Zementknödel.
    Das nächste Mal werde ich mich dann doch lieber an Dein Rezept halten.
    Danke dafür!
    LG Yvonne

  3. Semmelknödel esse ich gern, habe aber noch nie versucht, sie selbst zuzubereiten. Mit deinem Rezept versehen, werde ich mich hoffentlich daran wagen.

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