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Semmelknödel selber machen – einfaches Rezept

Semmelknödel selber machen

Semmelknödel sind eine tolle Beilage zu Rahmpilzen und Fleischgerichten. Sie sind eine perfekte Restverwertung für übrig gebliebene Brötchen und Weißbrote. Und auch Knödelreste finden in weiteren Gerichten eine leckere Zweitverwertung. Nach diesem Grundrezept können Semmelknödel ganz einfach selbst gemacht werden.

Semmelknödel selber machen

Semmelknödel selber machen

Resteverwertung aus altbackenen Brötchen

Semmelknödel werden aus altbackenem Weißgebäck hergestellt. Also aus Brötchen – bayrisch für Semmeln – oder Weißbroten, die mindestens einen Tag alt sind aber noch nicht ganz ausgetrocknet sind. Je nach Trockenheit der Brote muss man gegebenenfalls etwas bei die Milchmenge anpassen. Theoretisch kann man auch vollständig getrocknetes Knödelbrot nehmen. Dann sollte man die Menge an Milch jedoch etwas erhöhen und der Knödelmasse mehr Zeit geben zu quellen.

Semmelknödel locker bekommen

Wie locker die fertigen Semmelknödel werden, hängt maßgeblich vom Formen des Knödelteiges ab. Denn sie sollen weder beim Kochen auseinanderfallen noch so kompakt und hart werden, dass man sie als „Wurfgeschosse“ missbrauchen könnte. 😉 Beim Formen der Knödel muss man daher beim Zusammendrücken der Knödelmasse den Mittelweg finden zwischen zu lasch und zu fest.
Lockeres Formen in Verbindung mit einem etwas trockenerem Teig verhindert das Auseinanderfallen. Zu kompakt werden Klöße, wenn man sie zu fest zusammenpresst und der Kloßteig zu viele Feinteile enthält. Zu viele kleine Brotbrösel enthalten teilweise die kaufbaren Knödelbrote aus Bäckereien.

selbstgemachte Semmelknödel

Semmelknödel mit Champignons und Dunkelbier-Rahm-Sauce

Semmelknödel – die perfekte Beilage in der süddeutschen Küche

Semmelknödel sind in der süddeutschen, österreichischen und böhmischen Küche eine Spezialität. Sie werden als vegetarisches Hauptgericht mit Pilzen und Sahnesoße (Rahmschwammerl) gerne in bayerischen Wirtschaften angeboten. Im schwäbischen auch oft zu Linsengerichten. Die Hauptverbreitung haben Semmelknödel als Beilage zu klassischen Braten wie Schweinebraten, Schweinebauch und Pulled Pork. Zusammen mit Sauerkraut oder Rotkraut sind sie ein perfektes Gericht.

Rezept für selbstgemachte Semmelknödel – Grundrezept

ca. 8 Stück

Zutaten:

  • 300 g Semmeln (Brötchen) oder Weißbrot, jeweils altbacken
  • 2 EL Butter
  • 1 Zwiebel
  • 250 ml Milch
  • 3 Eier
  • Salz (wenig, da die Brötchen schon gewürzt sind)
  • Pfeffer
  • optional: Muskatnuss und/oder Petersilie
selbstgemachte Semmelknödel

selbstgemachte Semmelknödel

Zubereitung Semmelknödel:

  1. Vorbereitung: Die altbackenen Semmeln in Würfel schneiden. Die Zwiebel schälen und in sehr feine Würfel schneiden. In einer Kasserole die Butter erhitzen und darin die Zwiebelwürfel glasig dünsten. Die Milch zugeben und heiß werden lassen, jedoch nicht kochen. Wer Petersilie in die Knödel geben möchte, der muss sie sehr fein hacken.
  2. Knödelmasse herstellen: Die Buttter-Zwiebel-Milch-Mischung zusammen mit den Semmelwürfeln und den Eiern in eine große Schüssel geben, einmal gut durchmischen und etwa 1/2 Stunde quellen lassen. Die Masse mit Salz, Pfeffer und gegebenenfalls Muskatnuss und Petersilie abschmecken und gut durchmischen.
  3. Semmelknödel formen: Zum Formen der Semmelknödel die Hände befeuchten und mit leichtem Druck kleinere oder größere Knödel formen. Der Druck muss soll so stark sein, dass die Masse gut zusammenhält, jedoch nicht zu kompakt wird, dass „harte“ Knödel entstehen. Miniknödel haben die Größe von Tischtennisbällen, sehr große die von Tennisbällen.
  4. Knödel kochen: In einem sehr großen Topf wird Wasser zum Kochen gebracht und etwas Salz zugegeben. Die Knödel werden in das siedende Wasser gegeben der Deckel des Topfes bleibt halb offen. Etwa 5 Minuten kochen sie sprudelnd, dann wird die Hitze runtergestellt und ziehen je nach Größe zwischen 10 Minuten (Miniknödel) und 20 Minuten gar.

Zubereitungszeit: ca. 1,5 Stunden mit Quellzeit

Quelle: Familienrezept

Semmelknödel-Varianten

Es gibt zahlreiche Varianten in denen Semmelknödel hergestellt werden. So ist es von Geschmack und lokaler Tradition abhängig, ob neben den Grundzutaten Semmeln, Zwiebeln, Milch und Eiern auch noch Petersilie oder Muskatnuss in die Knödel kommen. Auch sind Speckknödel sehr beliebt. Als Tiroler (Speck-) Knödel serviert man sie mit Salat, Sauerkraut oder in einer Suppe. Grammelknödel werden mit ausgelassenem Speck (Grammel / Grieben) gefüllt.

In Wiener und böhmischen Rezepturen wird ein Teil Mehl zu den Semmelknödeln hinzugegeben. Serviettenknödel enthalten zusätzlich noch Hefe (Germ) und werden in einem Leinentuch gebunden und über Dampf oder in Wasser gekocht. Werden statt Semmeln altbackenes Laugengebäck wie Brezeln verwendet, so nennen sie sich Brezenknödel. Zu den Semmelknödelvarianten gehören auch die Kaspressknödel und die Spinatknödel mit brauner Butter und Parmesan. Im Gegensatz dazu sind Böhmische Knödel Hefe-Serviettenknödel.

selbstgemachte Semmelknödel

Semmelknödel-Salat - perfekte Resteverwertung

Aus Semmelknödelreste etwas tolles zaubern

Es macht nichts, wenn man gleich mehr Knödel herstellt als eigentlich für ein Essen gebraucht werden. Der Aufwand der zusätzlichen Knödel ist sehr gering. Dafür kann man sie noch in weiteren köstlichen Gerichten weiter verwerten. Klassisch ist es, die übrig gebliebenen Semmelknödel in Scheiben zu schneiden und in der Pfanne knusprig zu braten und mit Bratenreste (Bratengröstl) oder Spiegelei und mit Salat zu reichen. Aber auch direkt als Salat machen sie eine gute Figur, wie auch als saure Knödel mit einer Essig-Öl-Zwiebel-Vinaigrette.

selbstgemachte Semmelknödel

Semmelknödel-Bratengröstl mit Saltat - perfekte Resteverwertung

Semmelknödel aus Knödelbrot

Eine sehr einfache Möglichkeit Semmelknödel herzustellen bietet Knödelbrot. Man stellt es entweder selber her oder kann es in vielen Bäckereien kaufen. Hierfür werden die altbackenen Semmeln / Weißbrote geschnitten und vollständig getrocknet. Das getrocknete Brot lässt sich lange aufheben und man kann diese auch entsprechend lange sammeln. Damit dann die Knödel gelingen, braucht es etwas mehr Milch und eine längere Quellzeit. Vorteilhaft ist, wenn das Knödelbrot nicht zu bröselig wird, da zu viele Feinteile die Semmelknödel zu kompakt werden lassen.

Die Semmelknödel reiche ich für das Blogevent Altbacken – Resteküche für altes Brot von Christine von Anna Antonia bei Zorra ein.

3 Kommentare

  1. Knödel- sie sind mir noch jedesmal mißlungen, daher bewundere ich alle Menschen die diese Kunst beherrschen! Danke für deinen Beitrag!

  2. Mein Mann nannte meine letzten improvisierten Knödel, Zementknödel.
    Das nächste Mal werde ich mich dann doch lieber an Dein Rezept halten.
    Danke dafür!
    LG Yvonne

  3. Semmelknödel esse ich gern, habe aber noch nie versucht, sie selbst zuzubereiten. Mit deinem Rezept versehen, werde ich mich hoffentlich daran wagen.

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