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Karottengrün-Sonnenblumenkern-Aufstrich

Wer viel Brot selber bäckt, der findet unendlich Möglichkeiten dieses zu bestreichen, zu belegen und dazuzuessen. Selbst gemachte Aufstriche sind daher hier auf dem Blog häufiger vertreten – nun noch mit einem Karottengrün-Sonnenblumenkern-Aufstrich. Wie Karottengrün? Beim Kartoffelkombinat erhalten wir die Bio-Möhren und anderes Gemüse oft mit dessen Grün, so dass man immer wieder vor der Frage steht, was man damit macht. Neben Smoothies bietet sich für Karottengrün Pesto und Aufstrich an. Das Rezept hier ist an ein Pesto angelehnt, jedoch wurden die Zutaten für die Konsistenz an einen Aufstrich angepasst. Als nussiger Samengeber wurden Sonnenblumenkerne gewählt, die ganz hervorragend zum Karottengrün passen. Für das Mundgefühl ist es wichtig, dass vom Karottengrün nur das feine Grün und nicht die harten Stängel verwendet werden. Den Knoblauch mit Augenmaß verwenden, damit er nicht vorschmeckt. Richtig gut schmeckt es, wenn man den Karottengrün-Sonnenblumenkern-Aufstrich auf geröstetes Weißbrot streicht und mit Tomatenscheiben belegt.

Interessante Zutaten bei gekauften Aufstrichen und Pesti

Bei Aufstrichen wird oft gefragt, ob sich der Aufwand des selbst Herstellens angesichts der vielen kaufbaren Produkte lohnt. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich sehr, denn auch bei den in Drogerien und Biomärkten angebotenen Aufstrichen findet man Zutaten, die man selbst nur selten zugeben würde. Zudem kann man selbst entscheiden, wie der Anteil der Zutaten und somit die Qualität des Aufstriches werden soll.

Gekaufte Pesti verwenden immer häufiger billiges Sonnenblumenöl anstelle von Olivenöl und geben Kartoffelflocken als Bindemittel und Füllstoff hinzu, um Parmesankäse zu sparen. Zum Teil finden sich dann auch nicht weiter definierte natürliche Aromen, Säureregulatoren und Verdickungsmittel.

Auch bei Aufstrichen wird recht abenteuerlich zusammengemixt. So besteht ein Bio-Aufstrich mit italienischen Kräutern aus einer Drogeriemarktkette aus: „Trinkwasser, Kokosfett*, Tofu* (Wasser, SOJABOHNEN*, Gerinnungsmittel: Calciumsulfat), Kartoffelstärke*, Nährhefe* getrocknet, Tomatenmark*, Basilikum* (3%), pflanzliches Eiweiß aus Sonnenblumenkernen*, Spinat*, Meersalz, Gewürze* (mit SELLERIE), Sonnenblumenöl*, Apfelsaftkonzentrat*, SOJASAUCE* (Trinkwasser, SOJABOHNEN * Salz), Knoblauchpulver* 0,5%, Verdickungsmittel: Guarkernmehl*. * aus ökologischem Landbau“.

Hier werden also die beiden Hauptzutaten Wasser und Kokosfett teuer verkauft… Und damit daraus eine streichfähige Masse entsteht werden sie mit Tofu, Kartoffelstärke und Verdickungsmittel gebunden. Hinter der Nährhefe versteckt sich voraussichtlich der Geschmacksverstärker Glutamat. Gut, es ist praktisch das zu kaufen, aber die ganzen „*“ für „Bio“ machen die Zutatenliste für mich nicht attraktiver.

#wirrettenwaszurettenist

Ihr seht schon, Aufstriche, auch vegetarische Aufstriche, mit ordentlicher Zutatenliste sind selten zu finden und somit rettenswert! Mitstreiter sind die Rettungstruppe rund um Susi und Sina. Alle Teilnehmer dieser Rettungsaktion mit ganz vielen selbstgemachten vegetarischen Aufstrichen sind weiter unten aufgelistet.

Wie anfangs schon erwähnt gibt es auf dem Blog bereits verschiedene Aufstriche. Zu meinen Favoriten gehören der Frischkäse mit getrockneten Tomaten und Rucola, die Paprika-Walnuss-Paste / Muhammara, der angemachte Camembert / Gerupfter und der Champignon-Aufstrich. Aber auch das Pesto-Calabrese / Paprikapesto und wer keine Angst vor Innereien hat die Geflügelleber-Pfifferlings-Paté.

Karottengrün-Sonnenblumenkern-Aufstrich

Zutaten:
1 Glas ca. 300 ml

85 g Grün geputzt von 1 Bund Möhren
220 g Olivenöl
150 g Sonnenblumenkerne
40 g Parmesankäse
1/2 bis 1 Knoblauchzehe
1/2 Peperoni entkernt, mild
Salz Pfeffer

Zubereitung:
Das Karottengrün von den Möhren schneiden, waschen und trockenschütteln. Das feine Grün von den dicken, harten Stielen zupfen und grob schneiden. Die Knoblauchzehe schälen und grob würfeln, die Peperoni entkernen und ebenfalls grob zerschneiden. Parmesankäse grob zerhacken.
Das Karottengrün, Sonnenblumenkerne, Parmesankäse, Koblauch, Perperoni und Öl mit dem Pürierstab fein bis mittel pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zubereitungszeit: ca. 15 Minuten

Alle Teilnehmer der Aufstrich Rettungstruppe:

1x umrühren bitte aka kochtopf – Scharfer Peperoni-Aufstrich
German Abendbrot – Petersilien-Mandel-Aufstrich
auchwas – Feta-Paprika-Walnuss-Aufstrich
The Apricot Lady – Kürbis-Hummus
Brittas Kochbuch – Fruchtig-scharfer Linsen-Möhren-Aufstrich
Küchenliebelei – Pikanter Kürbis-Frischkäse
thecookingknitter – Basilikumcreme mit Parmesan
giftigeblonde – Quargelaufstrich mit Sauerrahm
Feinschmeckerle – Selbst gemachter Frischkäse aus Skyr mit Paprika, Gurke und Minze
Katha-kocht! – Avocado-Frischkäse Aufstrich
Cuisine Violette – Mediterraner Frischkäse
Jankes*Soulfood – Hessischer Spundekäs
Fliederbaum – Lauch-Mandel-Aufstrich
Kochen mit Herzchen – Frischkäse selbstgemacht
Prostmahlzeit – Haselnuss-Gorgonzola-Aufstrich
Food for Angels and Devils – Baba Ganoush
Paprika meets Kardamom – Obazda
Leichtigkeit – Erbsen-Feta-Frischkäse-Aufstrich
Barbaras Spielwiese – Mediterraner Schafkäseaufstrich
LanisLeckerEcke – Rote-Bete-Meerrettich-Aufstrich
Bonjour Alsace – Überraschungsrätselaufstrich

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  5. Hoho! Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast, die Bestandteile eines „Bio“-Aufstrichs aufzulisten. Nun weiß ich wieder, warum ich so etwas nicht kaufe.
    Und ich finde die Idee mit dem Karottengrün sehr gut. Demnächst kann ich eigene Karotten ernten, dann habe ich auch einen Verwendungszweck für das Grün.

    • Spaetburgunder sagt

      Es gibt ja auch gute Bioaustriche, aber eben auch einige, die nur dem guten Gewissen dienen.

  6. Klasse Karottengrün zu verwenden! Mit einem Pesto hatte ich ja schon geliebäugelt aber noch nie probiert, jetzt aber noch diesen tollen Aufstrich, na denn, nachmachen ist angesagt!. DANKE! Liebe Grüße und einen schönen Tag!
    Ingrid

  7. Das klingt nachahmenswert… Karottengrün gibt es im Laden, auch im Biomarkt eher selten dazu. Einerseits „gerechter“, weil man für „Abfall“ nicht bezahlen muss. Andererseits wissen viele Menschen dann sicher nicht, was ihnen entgeht.
    Sobald ich Möhren „mit“ sehe, werde ich mal zuschlagen.

    Liebe Grüße, Britta

  8. Bei der Pesto Rettung habe ich auch das Karottengrün verarbeitet, ist ja echt schade, wenn man das wegwerfen muss.
    Die Zutaten von dem Bio Aufstrich schrecken mich jetzt doch etwas, ich hab mir nie die MÜhe gemacht das zu lesen, weil ich sie nicht kaufe.
    Und alle meinen sie tun sich und ihrer Familie soviel Gutes mit sowas, steht ja auch bio drauf…

    Danke fürs Mitmachen!
    lg. Sina

    • Spaetburgunder sagt

      Das Karottengrün-Pesto hatte ich gesehen. Vom Austrich zum Pesto ist es ja nicht mehr weit – eigentlich nur die Konsistenz.

  9. Dein Pesto-Aufstrich gefällt mir sehr gut – wir essen ja nicht so furchtbar viel Aufstrich, da könnte ich die Reste dann einfach zur Pasta machen 🙂

    Liebe Grüße,
    Katha

    • Spaetburgunder sagt

      Ja, die Reste lassen sich gut mit Pasta essen. Eventuell noch etwas mehr Parmesankäse und Olivenöl, dann sollte es perfekt sein.

  10. Pingback: Vegetarischer Brotaufstrich mit Petersilie und Mandeln | German Abendbrot

  11. Wie toll, dass Du das Grün verwendest! Ich versuche auch immer das Wurzelgrün mit zu verwenden. Das gibt ein feines Pesto oder ein bisschen Optik für eine Suppe. Tolle Idee!

    • Spaetburgunder sagt

      In einer Suppe kann ich es mir als Topic gut vorstellen. Ich verwende auch Pesto gerne um einer Suppe mehr Pep zu geben.

  12. Ich bin ja nicht so der Möhrenliebhaber und komme daher eher selten in die Lage, Möhrengrün im Haus zu haben… Trotzdem sieht Dein Rezept richtig gut aus! Vielleicht frage ich also bald mal im Supermarkt, ob ich Möhrengrün auch ohne Möhren kriegen kann… 😀

    Liebe Grüße!

  13. Ich finde es so faszinierend, was man alles essen kann… ich wäre vor Jahren nie auf die Idee gekommen, das Grün von Karotten oder Radieschen zu verwenden…
    dein Aufstrich gefällt mir, nicht nur weil er soo schön grün ist!!

    • Spaetburgunder sagt

      Dass das feine Grün des Karottengrün gut schmeckt, weiß ich erst, seidem ich es in guter Bioqualität erhalte. Vorher habe ich mir es auch nie verwendet.

  14. Heute habe ich mal an Karottengrün geknabbert und fand es recht kräftig, vor allem die Stiele. Es kam direkt vom Garten und ich weiß auch erst seit kurzem, dass man es essen kann. Zu Studentenzeiten hatte ich mal einen Zeitungsartikel ausgeschnitten in der Küche gepinnt mit essbaren und unessbaren grünen Teilen von Pflanzen, und damals stand Karotteengrün unter ungenießbar. Schön, dass man das heute anders sieht. Radieschengrün verwende ich oft, das von rote Bete auch, aber Karottengrün (Du nimmst ja nur das feine Grün) bisher noch nicht, außer in Suppen u.ä.

    Mit den restlichen Zutaten klingt das richtig gut. Und Du hast recht, selbst die Bio-Aufstriche enthalten Zutaten, die ich eigentlich nicht essen will… Leckerer und frischer sind selbstgemachte sowieso.

    • Spaetburgunder sagt

      Ja die Stiele sind eher strohig und vom Mundgefühl nicht schön, auch durch kochen ändert sich das selten. Bei mir war das feine Grün nicht zu kräftig, vielleicht war meines etwas jünger geernete worden.

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