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Brot: Roggenbrot mit Sauerteig – 100 % Roggen

Roggenbrot 100 % Roggen mit Sauerteig (Roggensauerteig)

Ein Klassiker unter den Broten: das reine Roggenbrot mit Roggensauerteig. Herzhaft kräftig wird es durch 100 % Roggenmehl. Doch ob es eher mild-feinsäuerlich oder kräftig-herzhaft wird, das entscheidet die versäuerte Mehlmenge. Diese Rezept für reines Roggenbrot mit Sauerteig ist als mild-säuerlich entwickelt. Es passt daher sehr gut zu allen Wurst- und Käsesorten, aber durchaus auch zu süßen Aufstrichen. Das Brot hat eine sehr gute Frischhaltung.

Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Roggenbrot mit Sauerteig - Endergebnis

Roggenbrot mild bis kräftig – die Menge Sauerteig macht es

Je nachdem ob man es eher kräftiger oder eher milder mag, kann man den Anteil des Sauerteiges variieren. Zwischen 25 % und 50 % der Roggenmehlmenge werden versäuert. Im hier vorgestellten Rezept werden 1/3 des Mehles versäuert, da ein mild-feinsaures Brot entstehen soll. Durch die relativ geringe Menge an Sauerteig, benötigt der Teig genügend Zeit um zu Gehen und an Volumen zuzunehmen.

Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Roggenbrot mit Sauerteig - Endergebnis früh angschnitten mit Pizzasteinprofil

Reines Roggenbrot mit Sauerteig ohne zusätzliche Hefe

Dieses reine Roggenbrot mit Sauerteig kommt ohne zusätzliche Hefe aus. Optimal ist es, den Sauerteig vorher aufzufrischen, damit er ausreichend triebstark ist. Wer sich nicht sicher ist, ob der Sauerteig triebstark genug ist, der gibt noch bis 4 g „Angsthefe“ hinzu. Die Garzeit verkürzt sich dann allerdings.

Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Roggenbrot mit Sauerteig - Beginn der Gare mit Backpapier zwischen Teig und Schüssel

Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Roggenbrot mit Sauerteig - kurz vor dem Einschießen in den Ofen

Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Roggenbrot mit Sauerteig - anbacken im Ofen (zu zweit mit zerbrochenem Pizzastein)

Roggenbrot ohne Sauerteig

Ein reines Roggenbrot ohne Sauerteig zu backen ist unter Verdauungsaspekten keine gute Idee. Roggenmehl ist schlechter verdaulicht als Weizenmehl. Der Sauerteig hat nicht nur die Aufgabe den Teig zu lockern und ihm Trieb zu geben, sondern er fermentiert das Roggenmehl. Durch diese „Vorverdauung“ durch die Sauerteigbakterien und -hefen, sind Roggenbrote besser bekömmlich.

Rezept für Roggenbrot mit Sauerteig – 100 % Roggenmehl

2 kleine Laib je ca. 550 g

100 % Roggenmehl
Teigausbeute TA 166

Zutaten Sauerteig:

  • 240 g Roggenmehl 1150
  • 240 g Wasser
  • 20 g Anstellgut (Roggensauer)

Zutaten Hauptteig:

  • Sauerteig
  • 500 g Roggenmehl 1150
  • 250 g Wasser
  • 12 g Salz
Brot: Roggenbrot mit Sauerteig - 100 % Roggen

Zubereitung Roggenbrot mit Sauerteig:

  1. Sauerteig: Das aufgefrischte Anstellgut mit Wasser und Roggenmehl mischen und ca. 16 Stunden reifen lassen.
  2. Hauptteig: Den Sauerteig mit sehr warmen aber nicht heißem Wasser vermengen. Das Salz unterrühren. Das Roggenmehl zugeben und ca. 2 bis 5 Minuten kneten. (Teig ist sehr klebrig und weich.)
  3. Stockgare: Ca. 20 Minuten Teigruhe.
  4. Teilen und Formen: In zwei Teile teilen und zu zwei runden Laiben formen. Jeweils auf ein Backpapier mit „Schluss“ nach unten setzen und in zwei Gärkörbchen (oder kleine Schüsseln) legen.
  5. Stückgare: Etwa 120 Minuten zur Gare stellen.
  6. Den Backofen mit Backstein (alternativ: Backblech) auf höchster Stufe Ober-/Unterhitze (mind. 250°C) ausreichend lang vorheizen.
  7. Backen: Die Laibe mit Backpapier aus der Schüssel heben und auf den Brotschieber legen. Laibe in den Ofen einschießen und mit Dampfschwaden backen. Nach 10 Minuten die Ofentür weit öffnen, um den Schwaden abzulassen. Die Temperatur dabei auf 180°C reduzieren. Für eine knusprige Kruste während der letzten 5 Backminuten die Ofentür einen Spalt breit geöffnet lassen. Insgesamt 50 bis 60 Minuten backen.
  8. Die Brote herausholen und auf einem Gitterrost abkühlen lassen.

Zubereitungszeit am Backtag: ca. 3,5 Stunden
Zubereitungszeit insgesamt: ca. 16-20 Stunden

Von Hand geknetet.

Quelle: Abwandlung des Roggenbrot mit Sauerteig aus Martin Pöt Stoldts „Der Sauerteig – das unbekannte Wesen“

7 Kommentare

  1. Paul sagt

    Hallo!
    Ich hab eine Frage zur Reifezeit des Sauerteigs: Ist es sehr schlecht für das Brot, wenn ich den Roggensauerteig mit dem Anstellgut 20 Stunden reifen lasse? Da ich untertags berufstätig bin, kann ich Vorteige nur spätabends zubereiten und am frühen Abend das Brot backen.

    • Spätburgunder sagt

      Früher hatte ich genau das gleiche Problem. Ich hatte es dann so gelöst, dass ich den Sauerteig zweistufig hergestellt habe. Am Abend habe ich etwa 1/3 des Sauerteiges angerührt und morgens dann die restlichen 2/3 zugegeben und das dann bis abends reifen gelassen. Das Ergebnis war für mich immer in Ordnung.

      Wenn der Sauerteig zu lange reift, dann wird er überreif. Prinzipiell kein Drama, aber zwei Punkte sind dann zu beachten. 1) Der Sauerteig ist dann nicht mehr so triebstark und man sollte dann vielleicht mit etwas Hefe nachhelfen, damit das Brot dann gut aufgeht. 2) Wenn der Sauerteig überreif wird, dann wird er saurer, da die Milchsäure- und Essigsäurebakterien dann überhand gewinnen und so den Geschmack des Brotes verändern. So lange man mehr Säure im Brot mag, gibt es da kein Problem. Wenn es zu sauer wird, dann muss man schauen, dass man das Rezept umschreibt und mit weniger Sauerteig arbeitet und dafür mehr Hefe zugibt. Bei reinen Roggenbroten sollte man aber immer mindestens 25 bis 50 % des Roggenmehls versäuern, damit es bekömmlich ist.

  2. Helga Sandström sagt

    Hallo Sylvia,
    mit Interesse habe ich dein Rezept „Roggenbrot mit Sauerteig“ gelesen.
    Ich werde es demnächst ausprobieren, allerdings mit meinem Sauerteig aus dem Kühlschrank. (Habe immer fertigen Sauerteig.)
    Ich rühre abends meinen Teig zusammen und schiebe ihn morgens in den Ofen.
    Ganz einfach und ohne viel Arbeit!
    Hast du dein Rezept mit fertigem Sauerteig schon einmal ausprobiert?
    Mit besten Grüssen aus Schweden
    Helga

  3. Vanessa Warwick sagt

    Hallo und danke für das Rezept. Ich habe es ausprobiert mit der Silikon Brotbackform, die es letzthin im Lidl gab. Schmeckt prima, ich bin aber mit der Form nicht so zufrieden und wollte es daher auf meinem Backstein ausprobieren. Allerdings ist der Teig doch extrem klebrig und im Rezept gibt es keine Vorgabe im Bezug auf Zugabe von Mehl beim Formen der Laibe. Irgendwelche Empfehlungen?

  4. Pia Keller sagt

    Hallo Sylvia, ich backe seit Jahren Sauerteigbrot mit 2/3 Roggen und 1/3 Weizen. Das Mehl mahle ich selber kurz davor. Ich habe aber das Problem, dass der Teig zu sehr klebt und ich nur rühren kann. Außerdem ist das Brot danach auch sehr kompakt und nicht locker. Jetzt habe ich den Weizenanteil mit Hefe angesetzt und in einem Gärkörbchen aufgehen lassen. Es ist aber noch zeitaufwändiger als ohne Hefe. Hast du einen Tip für mich? Mein Rezept ohne Hefe: 100g Roggenvollkornmehl, 100g Wasser am Abend mit 50g Sauerteig (selbst hergestellt). Ab morgen darauf nehme ich 50g ab für das nächste mal. Dazu kommen 500g grob gemahlenes Roggenmehl 700ml Wasser. 1 1/2 Stunden auf dem Heizkörper gehen lassen. 250g fein gemahlenes Weizenmehl, 1 1/2 Teelöffel Salz. 1/2 Stunde gehen lassen. In eine gefettete Kasten Backform. 3/4 Stunde gehen lassen. Dann backen 10min auf 200°C und 1Stunde bei 150°C. Dann aus der Backform mit Wasser bepinselt und weitere 10min gebacken. Freundliche Grüße Pia

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